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Wenn aus Sonne Strom wird

Photovoltaikanlagen für Privatleute immer attraktiver

Immer mehr Verbraucher entscheiden sich für umweltfreundliche Alternativen der Stromerzeugung - zum Beispiel durch das Sonnenlicht. Das unendliche Potenzial der Sonne könnte mehr als das Zehntausendfache des weltweiten Energieverbrauchs decken – wenn es denn entsprechend genutzt wird. Die Technologie dazu wird immer ausgefeilter – und kostengünstiger.

Die Technik der Umwandlung von Licht („Photo") in elektrische Spannung („Volt") nennt man Photovoltaik. Davon unterscheidet man die Solarthermie, also die Erzeugung von Wärme mittels der Sonnenenergie. Solarmodule zur Erzeugung von Strom können auf nahezu jedem Dach – sogar auf Flachdächern – installiert werden – die Stromausbeute ist allerdings bei einem nach Süden ausgerichteten Dach
am höchsten.

Was können Solarstromanlagen?

Solarzellen, die in Modulen zusammengefasst werden, bestehen aus Silizium und nutzen das Sonnenlicht, um Gleichstrom zu erzeugen, der eine Spannung um die 600 Volt erreicht, Vor allem in den vergangenen zehn Jahren wurde die umweltfreundliche und zukunftsweisende Technologie der Solarzellen ständig verbessert. Moderne Solarzellen haben heute eine Energieausbeute von rund zwanzig Prozent. Das bedeutet: Eine zehn Quadratmeter große Modulfläche (ein kWpeak) in Deutschland liefert an einem sonnigen Sommertag etwa ein Kilowatt Solarstrom. In einem Jahr erzeugt diese Photovoltaikanlage im Durchschnitt 700 bis 1000 Kilowattstunden. Ihre Leistung kann beliebig vergrößert werden, in dem man mehrere Module zusammen schaltet.

Solarstrom boomt: Mittlerweile werden auf deutschen
Dächern rund 1.930 MWp (Megawatt-Peak) Leistung aus Sonnenenergie erwirtschaftet, damit liegt Deutschland an dritter Stelle hinter Japan und den USA. Fast die Hälfte der Solarstromanlagen befindet sich in Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Die Investitionskosten für eine PV-Anlage ergeben sich aus den Kosten für
die Module, die Unterkonstruktion, den Wechselrichter sowie aus Planungs-, Montage- und Netzanschlusskosten. Je größer die Anlage, desto geringer der Preis pro kWp. Nachdem es Ziel der Bundesregierung ist, den Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis zum Jahr 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen, werden Photovoltaikanlagen gefördert. Der durch Photovoltaikanlagen erzeugte Strom muss nach dem EEG-Gesetz (Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien) vom örtlichen Stromlieferanten abgenommen und dem Hausbesitzer bezahlt werden. Deshalb wird er ins Öffentliche Netz eingespeist und mit derzeit ca
. 40 bis 50 Cent pro Kilowattstunde, je nach Anlage und Größe, vergütet – das ist in der Regel erheblich mehr, als Verbraucher für den Strom bezahlen, der aus der Steckdose kommt - unabhängig davon, ob man seinen Strom von den örtlichen Stadtwerken oder einem privaten Stromanbieter bezieht. Diese Preisdifferenz ist der „Verdienst" des Anlagenbesitzers.

Zum Vergleich: Strom aus Gas-, Kohle-oder Atomkraftwerken kostet derzeit drei bis acht Cent pro Kilowattstunde.

Und wie funktioniert das Ganze?

Das Einspeisen geht folgendermaßen: Der Strom wird über Kabel durch einen leeren Kamin oder die Außenmauer zum Keller in einen so genannten Wechselrichter geleitet. Dieser wandelt den Gleichstrom in 230 Volt bzw. eine geringfügig höhere Spannung als 230 Volt um, damit der Strom ins öffentliche Netz fließen kann. Nach dem Wechselrichter installiert sind Sicherungseinrichtungen und ein Zähler, der den Strom zählt, der auf dem Dach durch Sonnenenergie gewonnen wird. Die Solarstromanlage ist praktisch wartungsfrei, es gibt keine beweglichen Teile. Bei 30 Grad Neigung auf dem Dach sind die Solarmodule selbstreinigend. Auf die Module gibt es inzwischen 25 Jahre Leistungsgarantie.

Wann rechnet sich eine Anlage?

Wer mit dem Gedanken spielt, sich eine Solarstromanlage aufs Dach setzen zu lassen, sollte folgendes berücksichtigen: Die Einspeisevergütung für Solarstrom wird für eine Neuanlage 20 Jahre lang gewährt. Der Käufer erhält damit in etwa den gesamten Kaufpreis plus einer Rendite von etwa drei bis acht Prozent zurück gezahlt. Allerdings sollte man dennoch beim Preis genau nachrechnen, ob eine Anschaffung lohnt, damit eine ausreichende Rendite zu erzielen ist. Zu berücksichtigen ist allerdings auch, dass die Einspeisevergütung konstant hoch bleibt, während der Preis für die konventionelle Stromerzeugung aufgrund der steigenden Brennstoffkosten steigen wird.

Das bedeutet: Solarstrom wird immer billiger, konventioneller Strom immer teurer
. Damit die Rendite auch auf jeden Fall aufgeht, ist es ratsam, dass Hausbesitzer eine Versicherung der Photovoltaikanlage abschließen. Damit kann die Anlage vor den finanziellen Risiken unvorhersehbarer Schäden versichert werden.

Sind Anlagenbesitzer automatisch „Unternehmer"?

Obwohl die Erzeugung und Einspeisung von Solarstrom grundsätzlich eine unternehmerische Tätigkeit ist, ist die Anmeldung eines Gewerbes dafür nicht erforderlich. Da die Stromlieferung des Solardachbesitzers nur an einen Netzbetreiber erfolgt und damit keine Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Waren- und Dienstleistungsverkehr darstellt, zählen die Solarstrom-Erträge privater Solaranlagen normalerweise als Bagatelle. Auch steuerlich ist eine Anmeldung nicht notwendig. Gewerbesteuer fällt je nach Gewinn erst bei größeren Anlagen (ab ca. 70 kWp) an. Zu beachten ist aber, dass man als Anlagenbetreiber in der Regel umsatzsteuerpflichtig wird, weil man den erzeugten Strom ja "verkauft".

Das bedeutet: Anlagenbetreiber haben das Recht, von ihren Ausgaben –
also Anlagen- und Betriebskosten – alle geleisteten Mehrwertsteuern vom Finanzamt zurückerstattet zu bekommen. So kann die Investitionssumme für die Anlage um fast 19 Prozent sinken. Bei weniger als 16.250 Euro Jahresumsatz kann man sich jedoch freiwillig von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen, verzichtet damit aber auch auf Vorteile des Vorsteuerabzugs.

Wie profitiert die Umwelt von Solaranlagen?

Solarstrom schont aber nicht nur den Geldbeutel, sondern auch unser Klima: Je weniger Strom in konventionellen Kraftwerken erzeugt wird, um so weniger Kohlendioxid wird an die Umwelt abgegeben. Kohlendioxid ist der Hauptverursacher des Treibhauseffektes. Jede Kilowattstunde Solarstrom erspart der Atmosphäre netto 0,547 Kilogramm des giftigen Treibhausgases.